| www.deutsche-kriegsschiffe.de | Letzte Änderung: 23.04.2002 |
Schiffsarchiv
Aviso
Grille
| Kiellegung | 06.34 |
| Stapellauf | 15.12.34 |
| Indienststellung | 19.05.35 |
| Bauwerft | Blohm & Voss, Hamburg |
| Länge | 135,0 m (über Bugspriet 143,0 m) |
| Breite | 13,5 m |
| Tiefgang | 4,20 m |
| Tonnage | 3.430 ts |
| Maschinenanlage | 4 Benson Hochdruck-Heißdampfkessel, später Umbau |
| Leistung | |
| Geschwindigkeit | 26 kn |
| Fahrbereich | |
| Panzerung | |
| Bewaffnung | 3 x 12,7 cm-Geschütze 4 x 3,7 cm-Flak 4 x 2,0 cm-Flak Aufnahmemöglichkeit für 280 Minen |
| Besatzung | |
| Kommandanten | 05.35 - 05.38 FKpt. Helmuth Brinkmann 05.38 - 06.40 K.z.S. v.d.Forst 06.40 - 10.40 KKpt. Poske 11.40 - 03.42 KKpt. Lanz 03.42 - 08.42 Außerdienststellung 08.42 - 05.44 KKpt. Just 05.44 - 05.45 KLt.d.R. Ludloff |
| Verbleib | 1945 von Großbritannien übernommen, 1946 Verkauf an eine Reederei im Libanon für Kreuzfahrten im Mittelmeer. 11.47 in Beirutaufgelegt 08.49 Verkauf in die USA 1951 in Bordenstown abgewrackt. |
Im Juni 1934 begann bei der Blohm & Voss-Werft in Hamburg der Bau des "Flottentenders C". Am 15.12.34 folgte bereits der Stapellauf. Die Taufrede hielt der Admiral der Kriegsmarinedienststelle Hamburg, Konteradmiral Eugen Lindau (3.5.1883 - 10.5.1960, am 1.3.42 Beförderung zum Admiral z.V.). Bei einer Werftprobefahrt riß bei Helgoland der Boden auf, so daß die Indienststellung erst am 19.5.35 erfolgen konnte.
Erster Kommandant wurde KKpt. Helmuth Brinkmann (12.3.1895 - 26.9.1983), der später das Kommando über den Schweren Kreuzer "Prinz Eugen" erhielt und am 17.5.44 als Vizeadmiral und Kommandierender Admiral Schwarzes Meer mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde.
Bis zum Kriegsausbruch diente der Aviso "Grille" zur
Repräsentation für das Staatsoberhaupt und für den
Flottenstab. Ferner fand er Verwendung für
Navigationsbelehrungsfahrten sowie als Zielschiff.
Im Mai 1936 nahmen Hitler und Großadmiral Raeder anläßlich der
Einweihung des Marineehrenmals Laboe an Bord eine Flottenparade
ab.
Im Oktober 1936 unternahm Reichskriegsminister
Generalfeldmarschall von Blomberg (2.9.1878 - 14.3.1946) eine
Fahrt zum Nordkap und nach Narvik.
Mitte Mai 1937 folgte der nächste offizielle Einsatz, als eine
Wehrmachts-Delegation zu den Krönungsfeierlichkeiten nach
England gebracht wurde.
Im Juni 1937 diente "Grille" dem Flottenchef Admiral
Rolf Carls (29.5.1885 - 15.4.1945, Ritterkreuz am 14.6.40) bei
den Übungen des B.d.A.-Verbandes (B.d.A. = Befehlshaber der
Aufklärungsstreitkräfte) als Flaggschiff.
Oktober 1937: Zweite Fahrt von Blombergs. Auf der Atlantik-Reise
wurden Funchal und Porta Delgade angelaufen.
FKpt. Brinkmann übergab im Mai 38 das Kommando an KKpt.
Günther von der Forst (17.12.1897 - 24.3.1982), der zuvor
I.Offizier war. Am 22.8.38 nahmen Hitler und der ungarische
Reichsverweser, Vizeadmiral Nikolaus Horthy de Nagybánya
(18.6.1868 - 9.2.1957), die Flottenparade ab, die aus Anlaß des
Stapellaufs des Schweren Kreuzers "Prinz Eugen"
stattfand.
Ende 1938 wurde der Aviso u.a. als Zielschiff für Übungen der
Torpedos tragenden Flugzeuge der Luftwaffenstaffel 3/506
eingesetzt.
In Friedenszeiten war Kiel der Stützpunkt des Schiffes. Es unterstand zunächst dem Kommando der Marinestation der Ostsee, später der neu gegründeten Dienststelle des Befehlshabers der Sicherung der Ostsee (BSO).
Mit Kriegsausbruch wurde "Grille" zu Minenoperationen eingesetzt, bei denen der Befehlshaber der Panzerschiffe, VAdm. Wilhelm Marschall (30.9.1886 - 20.3.1976, am 4.7.1918 mit dem Pour le Mérite und am 23.3.42 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet), vom 1.9. bis zum 9.9.39 auf dem Aviso eingeschifft war. Mitte September erfolgte die Verlegung in die Ostsee und die erneute Unterstellung unter den BSO. Einsätze im Handelskrieg folgten bis zum 10.1.40, als der Aviso "Grille" mit dem deutschen Dampfer "Axel" kollidierte und dieser sank. "Grille" mußte zur Instandsetzung des Vorderstevens bis zum 5.2.40 in die Werft.
Im Mai 40 nahm das Schiff an einigen Minenunternehmen in der Nordsee teil. Im Anschluß daran wurde der Aviso der Schiffsartillerieschule für Schulzwecke zugeteilt. Kpt.z.S. von der Forst ging im Juni 1940 von Bord. Er wurde am 1.4.44 zum Konteradmiral befördert und war bei Kriegsende Chef des Stabes beim Marineoberkommando der Ostsee. Am 10.6.40 übernahm KKpt. Fritz Poske (23.10.04 - 1.10.84) das Kommando auf dem Aviso. Er ging jedoch im Oktober 1940 zur U-Boot-Waffe und erhielt am 6.11.42 als Kommandant von "U 504" das Ritterkreuz.