| www.deutsche-kriegsschiffe.de | Letzte Änderung: 23.04.2002 |
Schiffsarchiv
Vermessungsschiff
Meteor
Geplant als Kanonenboot, ab 1923 als Spezialschiff (Vermessungsschiff)
| Kiellegung | 26.02.14 |
| Stapellauf | 18.01.15 |
| Indienststellung | 15.11.24 |
| Bauwerft | Kaiserliche Werft Danzig / Reichswerft Wilhelmshaven |
| Länge | 71,1 m |
| Breite | 10,2 m |
| Tiefgang | 4,0 m |
| Tonnage | 1.504 t |
| Maschinenanlage | ab 1934 zwei Dieselmotoren |
| Leistung | |
| Geschwindigkeit | 11,5 kn, nach Umbau 1934 14,5 kn |
| Fahrbereich | |
| Panzerung | |
| Bewaffnung | zunächst unbewaffnet, geplant waren 4 Kanonen 10,5 cm ab 1930: 1 x 8,8 cm-Flak 2 x 2,0 cm-Flak |
| Besatzung | 124 bis 138 Mann |
| Kommandanten | 11.24 - 09.27 K.z.S. Fritz Spieß 09.27 - 09.31 FKpt. Waldemar Bender 09.31 - 09.35 FKpt. Kurze 09.35 - 10.37 Kpt.z.S. Robert Eyssen (RK) 10.37 - 09.39 FKpt. Hain 04.40 - 10.40 KKpt.d.R. Wilhelm Reuter 10.40 - 08.42 KKpt.d.R. Dr.Osterloh 08.42 - 06.45 KptLt.d.R. Holm 06.45 - 11.45 ??? 06.46 - 11.46 Kapitän Erich Voelz |
| Verbleib | Ende 1946 an Rußland ausgeliefert und als
"Ekvator" in die Flotte eingereiht. Ca. 1970 Kasernenschiff "PKZ 34" |
Die "Meteor" sollrte als Ersatz für die
Kanonenboote der Iltis-Klasse dienen, wobei die Bewaffnung von
vier 8,8 cm-Geschützen auf auf vier 10,5 cm-Geschütze
verstärkt werden sollte.
Der Baubeginn war am 26.2.1914, der Stapellauf erfolgte
verzögert am 18.1.1915 . Ein Weiterbau erfolgte jedoch nicht,
weil die Verwendung eines Kanonenbootes während des Krieges
nicht in Frage kam.
Die Reichsmarine übernahm 1919 das unfertige Schiff und ließ es von der nun freien Stadt Danzig nach Wilhelmshaven schleppen, wo es bei der Reichswerft weitergebaut wurde. Die Fertigstellung erfolgte jedoch als Vermessungs-, Forschungs- und Fischereischutzschiff. Änderungen verzögerten jedoch die Fertigstellung, so daß die Indienststellung erst am 15.11.24 erfolgte.
Am 20.1.25 trat die "Meteor" die erste Auslandsreise an, um die wissenschaftlichen Geräte zu erproben. In der Folgezeit wurden weitere Verbesserungen vorgenommen, um für große Expeditionen gerüstet zu sein. So wurde z.B. der Grund des Atlantiks erforscht, wobei 1925 ein Höhenzug entdeckt wurde, der den Namen "Meteor-Bank" erhielt. Auf dieser Fahrt, die 776 Tage dauerte, wurden auf 14 Atlantiküberquerungen insgesamt 67.535 Seemeilen zurückgelegt.
1930 erfolgte ein Umbau, bei dem die Takelage entfernt wurde.
Als Bewaffnung kamen nun ein 8,8-cm-Geschütz und zwei 2-cm-Flak
an Bord. Die Vermessungsfahrten bildeten jedoch auch weiterhin
die Hauptaufgabe.
Ein weiterer Umbau 1934 beinhaltete u.a. den Einbau von zwei
Dieselmotoren, wodurch die Geschwindigkeit auf 14,5 kn erhöht
werden konnte.
Bis zum Kriegsbeginn wurden weitere Vermessungsfahrten
unternommen, bis am 8.9.39 die Außerdienststellung kam. Erst im
April 1940 fand sich eine neue Aufgabe. Die "Meteor"
diente dem Befehlshaber der Sicherung der Ostsee als
Führerschiff. Bis August 1942 blieb das Schiff in dieser
Funktion in der westlichen Ostsee. Dann wurde die
"Meteor" durch die "Reiher" ersetzt und kam
zu einer Werftüberholung nach Nordnorwegen. Dort diente sie ab
dem 18.6.43 dem Führer der U-Boote Norwegen (Kpt.z.S. Peters)
als Führerschiff.
Im April 1944 erfolgte in Gotenhafen ein weiterer Umbau und
diente ab September dem Kommando der Kleinkampfverbände als
Zielschiff.
Am 27.9.45 wurde die "Meteor" dem Deutschen Hydrographischen Dienst (KAdm. Otto Fein) zur Verfügung gestellt.
Im November 1945 erfolgte die Übergabe an die Sowjets, die zunächst gar keine Verwendung für das Schiff hatten, so daß es wieder die alte Aufgabe übernahm, allerdings mit drei sowjetischen Offiziere an Bord. Die endgültige Übergabe an die Sowjets erfolgte am 1.11.46, die das Schiff unter dem Namen "Ekvator" zu Vermessungsarbeiten einsetzten. Ab etwa 1970 diente die nunmehrige "PKZ 34" als Kasernenschiff.
Weiterführende Literatur:
Hildebrand / Röhr / Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe, Koehlers Verlagsgesellschaft Hamburg (Band 6)