| www.deutsche-kriegsschiffe.de | Letzte Änderung: 12.01.2005 |
Schlachtschiff
Gneisenau

1.) Technische Daten im Überblick
| Kiellegung | 06.05.35 |
| Stapellauf | 08.12.36 |
| Indienststellung | 21.05.38 |
| Bauwerft | Deutsche Werke Kiel |
| Länge | 234,9 m |
| Breite | 30,0 m |
| Tiefgang | 9,9 m |
| Tonnage | 38.900 / 31.850 ts |
| Maschinenanlage | |
| Leistung | 160.000 PS |
| Geschwindigkeit | 31,5 kn |
| Fahrbereich | 10.000 sm |
| Panzerung | |
| Bewaffnung | 9 x 28 cm-Geschütze 12 x 15,0 cm-Geschütze 14 x 10,5 cm-Flak 16 x 3,7 cm-Flak 12 x 2,0 cm-Flak 6 x 53,3 cm-Torpedorohre 4 Arado Ar 196 - Bordflugzeuge |
| Besatzung | 1.700 Mann |
| Kommandanten | 05.38 - 11.39 Kpt.z.S. Erich Förste 11.39 - 08.40 Kpt.z.S. Harald Netzbandt 08.40 - 04.42 Kpt.z.S. Otto Fein 04.42 - 07.42 FKpt. Wolfgang Kähler |
| Verbleib | 01.07.42 außer Dienst gestellt |

2.) Die Einsatzgeschichte im Überblick
Text folgt später!
3.) Das Schiff und seine Technik
a) Die Bewaffnung
Text folgt später!
b) Die Maschinenanlage
Text folgt später!
c) Panzerung
Text folgt später!
4.) Die Besatzung
Die Besatzung der Gneisenau bestand aus etwa 1.800 Mann.
a) Die Kommandanten
Kpt.z.S. Erich Förste
05.38 - 11.39 Kommandant Gneisenau
Kpt.z.S. Harald Netzbandt
11.39 - 08.40 Kommandant Gneisenau
Kpt.z.S. Otto Fein (DKG)
08.40 - 04.42 Kommandant Gneisenau
FKpt. Wolfgang Kähler (DKG)
04.40 - 07.42 I.AO Gneisenau
04.42 - 07.42 Kommandant Gneisenau
b) Die Offiziere
Erste Offiziere:(IO)
05.1938 - 05.1940 Kapt.z. See Werner Schönermark
05.1940 - 12.1940 Kapt.z. See Erich Heymann
12.1940 - 05.1942 Kapt.z. See Rudolf Peters
Navigtionsoffiziere: (NO)
05.1938 - 12.1939 FKpt. Siegfried Sorge
12.1939 - 08.1941 FKpt. Hans-Eberhard Busch
08.1941 - 11.1941 FKpt. Franz Frerichs (i.V.)
11.1941 - 03.1942 FKpt. Hans-Erhard Busch
03.1942 - 04.1942 KKpt. Edgar Lanz
Erste Artillerieoffiziere:
(I.AO)
05.1938 - 04.1940 FKpt. Hans-Georg von Buchka
04.1940 - 07.1942 FKpt. Wolfgang Kähler (DKG)
Leitende Ingenieure: (LI)
05.1938 - 04.1939 KKpt. (Ing.) ?? Jensen
04.1939 - 06.1940 KKpt. (Ing.) Fritz Nötzold
06.1940 - 08.1940 KKpt. (Ing.) Hellmut Göller
08.1940 - 02.1942 KKpt. (Ing.) Eugen Kannegießer (DKG)
02.1942 - 05.1942 KKpt. (Ing.) Stephan Zehme (mdWdGb)
05.1942 - 07.1942 KKpt. (Ing.) Rudolph Kuppe (mdWdGb)
5.) Die Einsatzgeschichte
Scharnhorst und Gneisenau
von Mario Golze
Konstruktion und Bau der Schiffe
Nach dem Bau der drei deutschen Panzerschiffe Deutschland,
Admiral Scheer und Admiral
Graf Spee begannen die Planungen für die
Panzerschiffe D und E. Da Frankreich auf den Bau der deutschen
Panzerschiffe mit dem Bau der Dunkerque und Strasbourg
(26500 Tonnen, 31 knoten, 8-33cm in zwei Vierertürmen vorn !!!)
reagiert hatte, setzten sich führende Militärs und Politiker
für eine Erhöhung der Verdrängung auf ca. 18000 Tonnen ein, um
eine höhere Geschwindigkeit und eine bessere Standkraft zu
erzielen. Im Frühjahr 1934 erfolgte die Kiellegung. Nachdem
Hitler am 27.Juni 1934 während einer Besprechung der Erhöhung
der Rohranzahl von sechs auf neun Geschütze und damit dem Einbau
eine dritten Turmes zugestimmt hatte, wurden die Arbeit an beiden
Schiffen eingestellt und mit der Neukonstruktion begonnen.
Am 06.Mai 1934 erfolgte bei den Deutschen Werken in Kiel die
erneute Kiellegung des Panzerschiffes E. Drei Tage vor Abschluß
des Deutsch-Britischen Flottenvertrages, mit dem diese Schiffe
erst legalisiert wurden, begann am 15.Juni 1935 auf der
Kriegsmarinewerft in Wilhelmshafen der Bau des Panzerschiffes D
als zweites Schiff dieser Klasse. Von nun an werden diese Schiffe
auch als Schlachtschiffe bezeichnet
Am 03.Oktober 1936 läuft das Schlachtschiff D vom Stapel und
wurde auf den Namen Scharnhorst getauft. Das
Panzerschiff E wurde am 08.Dezember 1936 vom Stapel gelassen und
erhielt den Namen Gneisenau.
Am 21.Mai 1938 erfolgte die feierliche Indienststellung des
ersten Schlachtschiffes der Kriegsmarine, der Gneisenau.
Dieser Termin war unter den Zwängen der Sudetenkrise gewählt
worden, obwohl das Schiff keineswegs fertiggestellt worden war.
Die Scharnhorst wurde am 07. Januar 1939 als
Flottenflagschiff in Dienst gestellt.
Die Zeit bis zum Beginn des Krieges.
n zeitweise nicht einsatzbereit. Von Oktober bis Dezember
ging das Schiff wieder in die Werft, wo unter anderem die Bugform
geändert und eine Schornsteinkappe aufgesetzt wurde. Im Sommer
1939 wurde die Scharnhorst ebenfalls mit dem
sogenannten Atlantikbug ausgerüstet, der jedoch bei beiden
Schiffen nur eine leichte Besserung der See-Eigenschaften
brachte. Immer wieder kam es im Verlauf des Krieges zu Schäden,
die ohne Einwirkung des Gegners entstanden waren. Oftmals mußten
sogar Unternehmungen abgebrochen werden.
Die Gneisenau begann mit der Ausbildung der
Besatzung und der Erprobung des Schiffes, obwohl an dem Schiff
noch viele Arbeiten zu erledigen waren. Schon nach den ersten
Fahrten in schwerer See kam es zu ernsthaften Störungen im
Bereich des Vorschiffes. Durch überkommende See ist der Turm
Anton die Schiffe nicht mehr einsatzbereit waren.
Erste Kriegseinsätze (1939 bis 1941)
Schon am 04.September wurden die beiden Schlachtschiffe in
Wilhelmshaven von britischen Flugzeuge vergeblich angegriffen.
Vom 08.-10. Oktober unternahm die Gneisenau
zusammen mit dem Kreuzer Köln und neun
Zerstörer, unter dem Schutz von 148 Flugzeugen einen ersten
Vorstoß in die Nordsee. Ziel der Unternehmung war, die deutschen
Handelsstörer im Atlantik zu entlasten und wenn möglich, die
Schiffe der britischen Homefleet auf eine U-Boot-Stellung zu
ziehen. Obwohl insgesamt drei britische Flottenverbände
ausliefen, kam es zu keiner Gefechtsberührung.
Die Versenkung der Rawalpindi
Um die Mittagszeit des 21.November 1939 liefen beide Schlachtschiffe in Begleitung der leichten Kreuzer Leipzig und Nürnberg und zweier Zerstörer zu einem Vorstoß in den Nordatlantik aus, um die beiden deutschen Panzerschiffe, die im Atlantik operieren, zu entlasten. Am Morgen des 23.November standen die beiden Schlachtschiffe ca. 30 sm nördlich der Faröer-Inseln und liefen mit 15 knoten nach Westen. Um 16.07 Uhr sichtete die Scharnhorst eine Rauchwolke und lief darauf zu. Nachdem das Schiff als feindlicher Hilfskreuzer identifiziert wurde, eröffnete das Schlachtschiff um 17.03 Uhr aus einer Entfernung von 7500 m das Feuer. Obwohl die Rawalpindi, so hieß der Hilfskreuzer, artilleristisch weit unterlegen war, erwiderte er das Feuer, erzielte dabei einen leichten Treffer auf dem Achterdeck der Scharnhorst und gab eine Sichtmeldung über Funk heraus. Um 17.11 Uhr begann auch die Gneisenau zu feuern. Nachdem der Dampfer gegen 17.30 Uhr zu sinken begann, lief die Scharnhorst zu dem Schiff hinüber und rettete 28 Schiffbrüchige aus der See. Zwei Stunden später kam ein britisches Kriegsschiff (es war die Newcastle) in Sicht und Admiral Marschall brach die Rettungsaktion ab, ließ Nebeln und lief mit Höchstfahrt nach Osten ab. Bereits kurz nach der ersten Meldung der Rawalpindi liefen insgesamt 10 schwere Kriegsschiffe und 16 leichte Kreuzer der britischen Flotte zu einer Suchaktion aus. Die deutsche Kampfgruppe setzte sich jedoch in das Nordmeer ab und kehrten erst am 27.November bei schlechtem Wetter nach Wilhelmshaven zurück. Durch die schwere See hatte die Gneisenau starke Beschädigungen erlitten. Deshalb ging sie anschließend in die Werft nach Kiel und kehrte erst am 04.Februar 1942 nach Wilhelmshaven zurück.
Unternehmen Nordmark
Am 18.Februar 1940 um 11.00 Uhr liefen die beiden Schlachtschiffe im Rahmen der "Operation Nordmark" zusammen mit dem schweren Kreuzer Admiral Hipper, drei Zerstörern und mehreren U-Booten in das Gebiet zwischen dem norwegischem Bergen und England um einen feindlichen Geleitzug anzugreifen, der von der Luftaufklärung gemeldet worden war. Nachdem die Bordflugzeuge den Geleitzug nicht wiederentdecken konnten, brachen die Überwasserstreitkräfte das Unternehmen ab und kehrten nach Wilhelmshaven zurück. Der britische Admiral Forbes hatte den Geleitzug nach ScapaFlow beordert, nachdem am Morgen des 18. Februars ein Aufklärungsflugzeug die deutsche Kampfgruppe bei Wangerooge entdeckt hatte.
Operation Weserübung
Vom 07.April 1940 an wurden beide Schlachtschiffe als Deckungsgruppe für die Truppentransporte nach Norwegen eingesetzt. Dabei kam es zu einem kurzen Feuergefecht mit dem britischen Schlachtkreuzer Renown, bei dem die Gneisenau drei schwere Artillerietreffer erhielt. Am 12.April trafen beide Schiffe wieder in Wilhelmshafen ein.
Operation Juno
Am 04.Juni 1940 liefen beide Schlachtschiffe zusammen mit
dem Kreuzer Admiral Hipper und vier
Zerstörern in das Seegebiet vor Narvik, um gegnerische
Befestigungen bei Harstad zu beschießen und feindliche
Transportschiffe zu versenken. Dabei wurde am 08.Juni westlich
der Lofoten der Tanker Oilpionier von der Gneisenau
versenkt. Beide Kreuzer waren auch an der Versenkung des
leerlaufenden Truppentransporters Omaha
beteiligt. Ein weiteres britisches Schiff fiel der Admiral
Hipper zum Opfer, die anschließend in Begleitung der
vier Zerstörer nach Drontheim beordert wurde.
Nachdem der Flottenchef, Admiral Marschall erfuhr, das die Briten
Narvik räumten, beschloß er, die Truppentransporter mit den
beiden verbliebenen Schlachtschiffen anzugreifen. Als er nach
Norden lief, traf der Verband am 08.Juni 1940 gegen 17.00 Uhr auf
den Flugzeugträger Glorious und seine
beiden Begleitzerstörer Ardent und Acasta.
Um 17.32 Uhr eröffnete die Scharnhorst
das Feuer auf den Flugzeugträger, während die Gneisenau
den Zerstörer Ardent unter Feuer nahm und
innerhalb von 15 Minuten versenkte. Anschließend beteiligte sich
die Gneisenau an der Beschießung der Glorious,
die um 19.00 Uhr in den Fluten verschwand. Um 18.39 Uhr wurde die Scharnhorst von einen Torpedo des
Zerstörers Acasta achtern getroffen und
verlor dabei 48 Seeleute. Von der Glorious
wurden nur 43 Überlebende geborgen, von der Ardent
und der ebenfalls noch versenkten Acasta
überlebten nur drei Seeleute.
Durch dieses Seegefecht konnte jedoch der britische
Räumungskonvoi und der schwere Kreuzer Devonshire
mit dem norwegischen König und dem Staatsschatz an Bord
entkommen.
Die Scharnhorst lief zunächst zur
Notreparatur nach Drontheim, am 20.Juni 1940 kehrte sie nach Kiel
zurück, wo sie bis Oktober 1940 repariert wurde.
Am 10./11. Juni führte die Gneisenau noch
einen erfolglosen Vorstoß in das Nordmeer durch.
Als das Schlachtschiff Gneisenau am 20.Juni
1940 zusammen mit dem schweren Kreuzer Admiral Hipper
aus Drontheim auslief, wurde sie vom britischen U-Boot Clyde
40sm nordwestlich der Insel Halten angegriffen und erhielt einen
Torpedotreffer. Am 27.Juli 1940 erreichte sie Kiel und wurde dort
bis November 1940 repariert.
Unternehmen Berlin
Nachdem das Unternehmen Seelöwe, die Invasion Englands auf
unbestimmte Zeit verschoben worden war, konnte die Kriegsmarine
den Kampf gegen die englische Schiffahrt wieder voll aufnehmen.
Dazu sollten auch die beiden einzigen einsatzbereiten
Schlachtschiffe unter dem Kommando von Admiral Lütjens in den
Atlantik ausbrechen.
Am 28.12.1940 begann der erste Durchbruchsversuch bei schlechtem
Wetter und schwerer See. Doch schon beim Marsch durch die Nordsee
erlitt die Gneisenau schwere Seeschäden,
sodaß der Verband das norwegische Bergen anlaufen mußte. Obwohl
eine Kommission nur drei Tage für eine Reparatur veranschlagte,
bestand Admiral Raeder, der Chef der Kriegsmarine auf den
Rückmarsch in die Heimat, um alle Schäden gründlich
untersuchen und beheben zu lassen. Am 02.01.1941 lief die
Gneisenau wieder in Gotenhafen ein.
Am 22.01. begann der zweite Versuch. Nachdem der Verband südlich
der Skagerraksperre drei Tage auf die leichten
Sicherungseinheiten warten mußte, durchquerte er die Nordsee und
erreichte am Morgen des 28.01. die Enge zwischen Island und den
Färoer-Inseln. Dort wurden beide Schiffe von dem britischen
Kreuzer Naiad gesichtet und gemeldet. Der
Flottenchef, Admiral Lütjens ließ den Verband sofort nach
Norden ablaufen, wo die Gneisenau aus dem Tanker Adria
versorgt wurde. Am 03.02. durchliefen die Schlachtschiffe die
Dänemarkstraße zwischen Island und Grönland und erreichten,
nachdem sie noch einen britischen Hilfskreuzer ausweichen
mußten, am Morgen des darauffolgenden Tages den Atlantik. Am
Nachmittag wurden beide Schiffe durch die Schlettstadt
versorgt.
Admiral Lütjens beschloß, als erstes nach Südosten auf die
Halifax-England Route zu operieren. Am Morgen des 08.02.
entdeckte die Gneisenau um 08.35 Uhr die
Mastspitzen des Geleitzuges HX106 am Horizont. Beide Schiffe
versuchten, den Geleitzug in die Zange zu nehmen, doch die Scharnhorst
sichtete um 09.58 Uhr das als Sicherung mitlaufende
Schlachtschiff Ramillies und der Flottenchef
befahl daraufhin den Abbruch des Angriffs, da laut
Operationsbefehl ein Gefecht mit starken gegnerischen Kräften zu
vermeiden sei. Den britischen Suchgruppen ausweichend lief der
Verband in das Seegebiet südlich von Grönland und wurde wieder
aus der Schlettstadt und der Esso
Hamburg versorgt. Anschließend operierte der Verband
erfolglos auf den, vom B-Dienst gemeldeten Geleitzug HX111. Am
22.02. gelang der Gneisenau die Versenkung
der Harledsen, der Trelawny
und zweier weiterer Frachter. Der Scharnhorst
gelang die Versenkung des Tankers Lustros.
Von den britischen Seeleuten wurden 180 Mann gerettet, elf
Matrosen gingen mit ihren Schiffen unter. Da die Trelawny noch
einen Notruf funken konnte und daher mit feindlichen Kräften zu
rechnen war, verlegte der Flottenchef das Operationsgebiet vor
die Küste von Westafrika, um dort die Geleitzüge von Kapstadt
nach Sierra Leone abzufangen. Am 27.02 erfolgte eine erneute
Brennstoffversorgung aus dem Tanker Friedrich Breme.
Die Gefangenen wurden auf die Ermland
übergeben.
Am 07.03. entdeckte eines der Bordflugzeuge den Konvoi SL67, der
vom Schlachtschiff Malaya gesichert wurde.
Über Funk wurden die Unterseeboote U124 und U105 herangeführt
die fünf bzw. ein Schiff versenken konnten. Auf dem Marsch zum
Flottentanker Uckermark, aus dem am
10.03.versorgt werden soolte, wurde am 09.03. der griechische
Dampfer Marathon versenkt, nachdem vorher
die 38köpfige Besatzung an Bord genommen wurde. Zusammen mit der Uckermark und der inzwischen dazugestoßenen
Ermland bildete der Verband einen breiten
Suchstreifen, lief nach Norden, wieder zurück auf die
Halifax-England Route und konnte am 15.03. drei einzeln fahrende
Tanker kapern und mit einem Prisenkomanndo nach Frankreich
schicken. Ein vierter Tanker wurde durch die Gneisenau
versenkt, nachdem er versucht hatte zu funken. In der
Zwischenzeit versenkte die Scharnhorst die
beiden britischen Tanker British Stregth und Athelfoam versenken. Am nächsten Tag wurden
noch sechs Frachter durch die Gneisenau und vier durch die
Scharnhorst versenkt. Als die Gneisenau noch
dabei war, Seeleute des Dampfers Chilean Reefers
zu retten kam das britische Schlachtschiff Rodney
in Sicht. Daraufhin setzten sich beide deutschen Schlachtschiffe
mit Höchstfahrt von der langsamen, aber schwer bewaffneten Rodney
ab und liefen zum Treffpunkt 300sm nordwestlich der Azoren.
Nachdem die Schlachtschiffe erneut versorgt und ihre über 400
Gefangene abgegeben hatte traten sie den Rückmarsch nach Brest
an, wo sie am Morgen des 22.03.1941 eintrafen. Innerhalb von 60
Tagen hatten beiden Schiffe 17800sm zurückgelegt und dabei 22
Schiffe mit 115622 BRT versenkt oder gekapert. Sie hatten das
britische Konvoisystem gründlich durcheinandergebracht.
Schon in der Nacht vom 30./31.März begannen die Luftangriffe auf
die in Brest versammelten großen Schiffe der Kriegsmarine. Am
04.April wurde die Gneisenau von einem
Lufttorpedo getroffen. Am 11.April gelang der RAF mit vier
Bombentreffer auf die, inzwischen im Trockendock liegende
Gneisenau ein weiterer Erfolg. Dabei wurden der
vordere Geschützturm völlig zerstört und 80 Mann der Besatzung
getötet. Am 23.Juli wurde die Scharnhorst
nach dem vermeintlich weniger gefährdeten LaPallice verlegt.
Dort wurde sie am darauffolgenden Tag von der RAF angegriffen.
Das Schlachtschiff wurde dabei durch fünf
Bombentreffer schwer beschädigt und im August nach Brest zur
Reparatur zurückverlegt. Durch diese Angriffe fielen beide
Schlachtschiffe für mehrere Monate aus. Nach den vielen
Bombenangriffen ordnete Hitler am 12.Dezember 1941 die Verlegung
der schweren Einheiten aus Frankreich nach Norwegen an, weil er
annahm, das dort eine alliierter Landung kurz bevor stünde.
Kanaldurchbruch 1942
Am späten Abend des 11.Februars 1942 begann das
"Unternehmen Cerberus", die Rückverlegung der beiden
Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau
und des schweren Kreuzers Prinz Eugen in die
Heimat.
Für die Rückverlegung standen nur zwei Wege zur Verfügung. Der
lange Weg um die britischen Inseln herum, durch vom Gegner
beherrschtes Seegebiet, oder der kurze Weg direkt unter den Augen
des Feindes durch den englischen Kanal. Hier aber standen den
Schiffen die leichten Seestreitkräfte und ausreichende
Luftunterstützung zur Verfügung. In Vorbereitung dieses
Unternehmens waren alle Minensperren entfernt worden, etwa 176
Jagdflugzeuge waren zusammengezogen worden und leichte
Seestreitkräfte standen zur Unterstützung in den Häfen der
französischen Kanalküste bereit. Obwohl die Briten schon lange
mit dem Auslaufen der inzwischen wieder einsatzbereiten Schiffe
rechneten, wurden sie völlig überrascht. Unglücklicherweise
fiel an diesem Tag die Radarüberwachung an der englischen Küste
aus. Britische U-Boote, die den Hafen Brest bewachten, mußten
zum Aufladen ihrer Batterien ablaufen, oder wurden von deutschen
Bewachern abgedrängt. Ein U-Boot wurde durch deutsche
Sicherungskräfte versenkt.
Um 22.48 verließen die drei schweren Schiffe unter dem Befehl
von Vizeadmiral Caliax ihren Liegeplatz in Brest und begannen den
gefährlichen Marsch. Geleitet wurden sie durch sechs Zerstörer
der 5. Zerstörerflottille unter Konteradmiral Bey, der auch den
Oberbefehl über die Schnellboote hatte. Nach und nach stießen
die 2. und 3. Torpedobootflottille aus LeHavre und Cherbourg,
sowie die 5. Torpedobootflottille und drei Schnellbootflottillen
zum Verband und sicherten ihn gegen feindliche U-Boote und
leichte Seestreitkräfte ab.
Erst am Morgen des 12.Februars um 10.42 Uhr entdeckte eine
Spitfire den Verband, nachdem er schon den größten Teil des
Weges hinter sich gebracht hatte.
Der erste Angriff auf die deutschen Schiffe wurde von den
Schnellbooten abgewehrt, die wenigen durchgebrochenen englischen
Schnellboote konnten von den Zerstörern abgewehrt werden. Um
12.45 Uhr griffen 6 Swordfish-Torpedoflugzeuge der Staffel 825
an. Sie wurden alle abgeschossen, ohne einen Treffer zu erzielen.
Um 15.30 Uhr, der Verband hatte inzwischen schon die
Scheldemündung erreicht, lief die Scharnhorst
auf eine Grundmine und blieb für einige Minuten liegen. Der
Wassereinbruch konnte gestoppt und die Maschinen wieder in Gang
gebracht werden. Kurz darauf erfolgte der Angriff der englischen
16. und 21. Zerstörerflottille, der abgewehrt werden konnte. Auf
der Höhe von Terschelling lief die Gneisenau
auf eine Grundmine, konnte ihre Fahrt aber unvermindert
fortsetzen. Um 22.25 lief die Scharnhorst
ein zweites Mal an diesem Tage auf eine Grundmine und wurde
schwer beschädigt. Nach dem Ausfall aller Navigationsinstrumente
und mit einer Geschwindigkeit von nur noch 12 knoten wurde sie
vom Zerstörer Herrmann Schoemann nach
Wilhelmshafen geleitet, wo sie am Vormittag des 13.Februars
eintraf. Die Gneisenau lief zusammen mit dem
Kreuzer Prinz Eugen weiter nach Brunsbüttel
und traf am 14.Februar in Kiel ein. Die deutsche Propaganda
feierte den gelungenen Kanaldurchbruch als großen Erfolg.
Strategisch gesehen war es jedoch ein Rückzug. Die britischen
Schiffahrtslinien waren vom Druck der deutschen
Überwasserstreitkräfte befreit. Allerdings war die
Öffentlichkeit in England erbost. Die Times schrieb: "In
den Heimatgewässern ist seit dem 17. Jahrhundert nichts
geschehen, was den Stolz der Seemacht mehr demütigte."
Das Ende der Gneisenau
Obwohl sie den Kanaldurchbruch fast unbeschadet
überstanden hatte, stand der Gneisenau
kurze Zeit später ein unrühmliches Ende bevor.
In der Nacht vom 26. zum 27. Februar griffen britische Flugzeuge
die Gneisenau an und beschädigten sie
schwer . Das Vorschiff wurde vollkommen zerstört. Am 04.April
1942 verlegte das Schlachtschiff nach Gotenhafen und wurde dort
außer Dienst gestellt. Kurz darauf begannen die
Reparaturarbeiten. Nach dem Desaster vom 31.Dezember 1942 am
Nordkap wurde die Reparatur auf Befehl Hitlers abgebrochen. Das
Wrack der Gneisenau wurde am 27. März 1945
von den Deutschen vor die Hafeneinfahrt geschleppt und dort als
Blockschiff versenkt. Nach dem Krieg verschrotteten die Polen die
Reste des ehemaligen Schlachtschiffes.
Einsatz in Norwegen
Die Scharnhorst wurde in Wilhelmshaven
repariert und verlegte anschließend nach Gotenhafen zur
Ausbildung der Besatzung.
Am 10.Januar 1943 verließ das Schlachtschiff Scharnhorst
zusammen mit dem Kreuzer Prinz Eugen und
fünf Zerstörer seinen Liegeplatz in Gotenhafen und nahm Kurs
nach Norwegen. Nachdem der Verband von britischen Flugzeugen
gesichtet worden war, wurde das Unternehmen abgebrochen.
Am 08.März startete ein erneuter Versuch, diesmal ohne die Prinz
Eugen, das Schiff von Gotenhafen nach Norwegen zu
verlegen. Zunächst lief die Scharnhorst
nach Bergen und dann weiter nach Drontheim. Am 12.März erreichte
das Schlachtschiff die Bogenbucht bei Narvik und verlegt wenig
später in den Altafjord an der Nordspitze Norwegens. Dort kam es
am 08.April zu einer Explosion, bei der 20 Mann getötet wurden.
Aufgrund der starken Massierung der deutschen Flotte in Norwegen,
neben der Scharnhorst lagen hier noch die Tirpitz,
die Lützow und einige Zerstörer, stellte
die britische Admiralität die Geleitzüge nach Murmansk bis
Anfang November ein.
Erst in der zweiten Jahreshälfte kam es wieder zu einem Einsatz
des Schiffes.
Mit dem Auslaufen der beiden Schlachtschiffe Tirpitz
und Scharnhorst und neun Zerstörer begann
am 06.September 1943 das "Unternehmen Sizilien". Ziel
dieser Operation war es, die alliierten Stützpunkte auf
Spitzbergen zu zerstören. Am 08. September um 7.00 Uhr begann
der Angriff auf die Bergwerkssiedlung, während die von den
Zerstörern an Land gesetzten Grenadiere die Funk-und
Wetterstation und das Kohlebergwerk sprengen. Drei Stunden
später traten die Schiffe den Rückmarsch an und lagen am 09.
September wieder im Altafjord.
"Operation Ostfront", Das Ende der Scharnhorst
Am 25.Dezember 1943 um 19.00 Uhr begann ein erneuter
Einsatz des Schlachtschiffes Scharnhorst.
Noch ahnte niemand, daß das Schlachtschiff zum letzten Mal
seinen Liegeplatz verließ und daß nur wenige Seeleute den
nächsten Tag überleben würden.
Zusammen mit fünf Zerstörer lief sie unter dem Oberbefehl von
Konteradmiral Bey aus, um die beiden Murmansk-Konvois JW.55B und
RA.55A anzugreifen. Da alle anderen Nachrichtenübermittlungen
ausgefallen waren, wurde der Einsatzbefehl per Funk durchgegeben
und von den Alliierten aufgefangen und dechiffriert. Daraufhin
wurden die Konvois umgeleitet und der Geleitsicherung fahrende
Kreuzerverband zum Abfangen des deutschen Schlachtschiffes in
Marsch gesetzt. Vizeadmiral Burnett standen der schwere Kreuzer Norfolk
und die beiden leichten Kreuzer Sheffield
und Belfast zur Verfügung. Die
Fernsicherungsgruppe unter Admiral Fraser, dem Chef der
Homefleet, mit dem modernen Schlachtschiff Duke of
York, dem leichtem Kreuzer Jamaica
und vier Zerstörer lief ebenfalls in dieses Seegebiet.
Am Morgen des 26.Dezembers 1943 wurden bei teilweise dichtem
Schneetreiben die deutschen Zerstörer vorausgeschickt, um den
Geleitzug zu suchen. Die Scharnhorst lief ca. 10 sm dahinter. In
der Zwischenzeit sichteten die Kreuzer Sheffield
und Norfolk das deutsche Schlachtschiff und
eröffneten um 08.24 das Feuer. Dabei erzielte die Norfolk drei
Treffer auf der Scharnhorst. Das deutsche
Schlachtschiff nebelte sich ein und entkam aufgrund seiner hohen
Geschwindigkeit und der schlechten Sichtverhältnisse. Schon 16
Minuten später, war das Feuergefecht zu Ende. Die Scharnhorst
lief nun Nordkurs, um den Konvoi von der anderen Seite
anzugreifen. Die britische Geleitsicherung erkannte jedoch diese
Absicht und konnte um 12.37 erneut den Radarkontakt herstellen.
Um 13.21 begann das zweite Feuergefecht dieses Tages. Doch
diesmal war es die Scharnhorst, die drei Treffer auf dem schweren
Kreuzer Norfolk erzielen konnte. Obwohl der
britische Kreuzer schwer angeschlagen war, unter anderem waren
fast alle Funkmeßgeräte ausgefallen, blieb er beim Verband, um
mit seinen 20.3 cm Türmen weiterhin eingreifen zu können. In
diesem Gefecht, daß etwa 20 Minuten dauerte, erhielt die Scharnhorst
keinen einzigen Treffer. Anschließend versuchte die Scharnhorst,
von den britischen Kreuzern verfolgt, nach Südosten zu
entkommen. Durch die ständigen Fühlungshaltermeldungen bestens
informiert, lief Admiral Fraser mit der Fernsicherungsgruppe in
eine Abfangposition. Von Südwesten kommend wurde auf dem moderne
Schlachtschiff Duke of York um 16.20 der
erste Radarkontakt gemeldet. Die Scharnhorst,
die nichts von dieser starken Gruppe ahnte, lief genau in diese
Falle hinein.
Um 16.47 Uhr schoß die Duke of York
Leuchtgranaten, zwei Minuten später begannen die zehn Rohre der
35.6cm Hauptartillerie zu feuern. Als erstes fiel auf dem
deutschen Schlachtschiff der vordere 28 cm Turm Anton aus. Mit
Höchstgeschwindigkeit lief die Scharnhorst
nun Ostkurs und schien ihren Gegnern erneut entkommen zu können.
Um 17.09 Uhr hatte sie den Abstand zu den schweren gegnerischen
Schiffen soweit vergrößert, das diese das Feuer einstellen
mußten. Die vier Zerstörer der Fernsicherungsgruppe hatten
jedoch die Zeit genutzt, um eine Angriffsposition einzunehmen.
Während das deutsche Schlachtschiff die Savage
und die Saumarez, die sich beide von
Südwesten her näherten, mit ihrer leichten und mittleren
Artillerie abzuwehren versuchte, konnten sich von Nordwesten die Scorpion
und die Stord ungehindert nähern und ihre
Torpedos abschießen. Als die Scharnhorst
vor den Torpedos nach Süden auswich, lief sie genau in die
Torpedos der Savage und Saumarez.
Insgesamt vier Torpedotreffer setzten die Geschwindigkeit des
deutschen Schlachtschiffes auf 22 knoten herab. Während sie noch
die Zerstörer beschoß und dabei die Saumarez
dreimal mit ihren 28 cm Geschützen traf (es waren zum Glück
Blindgänger, was das Schiff vor dem Untergang bewahrte),
näherten sich die Duke of York mit den
anderen Kreuzern und eröffneten um 18.01 Uhr zum letzten Mal das
Feuer. Neben unzähligen schweren Artillerietreffern erhielt das
Schiff noch mindestens 10 weitere Torpedotreffer von den leichten
britischen Kreuzern und Zerstörern. Um 18.45 Uhr versank die Scharnhorst
in den eiseigen Fluten des Nordmeers auf der Position 72°16 min
Nord und 28°41 min Ost.
Vom Zerstörer Scorpion wurden 30 deutsche
Seemänner gerettet, die Matchless barg noch
sechs weitere Überlebende. Der Rest der über 1900 Mann starken
Besatzung ging mit ihrem Schiff unter.
Die zehn deutschen Zerstörer erreichten ihren Stützpunkt ohne
Feindberührung, der Konvoi JW55B kam ohne Verluste nach England
durch.
Ritterkreuzträger
keine
Träger Deutsches Kreuz in Gold
| Name, Vorname | Auszeichnung |
| Fein, Otto | 02.02.42 als Kpt.z.S., Kdt. Gneisenau |
| Kähler, Wolfgang | 12.03.42 als KKpt., I.AO Gneisenau |
| Kannegiesser, Eugen | 12.03.42 als KKpt.(Ing.), L.I. Gneisenau |
Literatur:
Gröner, Erich: Die Schiffe der deutschen Kriegsmarine und ihr Verbleib 1939-1945, J.F.Lehmanns Verlag München, 1976
Hildebrand, Hans H. / Röhr, Albert / Steinmetz, Hans-Otto: Die deutschen Kriegsschiffe, 10 Bände, Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg
Witthöft, Hans Jürgen: Lexikon zur deutschen Marinegeschichte, Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1977
Weitere Quellen werden noch ergänzt!