www.deutsche-kriegsschiffe.de   Letzte Änderung: 01.12.2004

 

Schwerer Kreuzer

Blücher

 

 

 Bauauftrag  30.10.1934
 Kiellegung  15.08.1935
 Stapellauf  08.06.1937
 Indienststellung  20.09.1939 
 Bauwerft  Deutsche Werke Kiel
 Länge  205,9 m
 Breite  21,3 m
 Tiefgang  7,95 m
 Tonnage (max./stand.)  18.694 t / 14.475 ts
 Maschinenanlage  3 Satz Getriebe-Turbinen, 12 Wagner-Kessel
 Leistung  132.000 WPS
 Geschwindigkeit  32,5 kn
 Fahrbereich  6.800 sm bei 19 kn
 Panzerung  160 - 60 mm Türme
 150 - 50 mm Kommandoturm
 80 - 70 mm Panzergürtel
 50 - 20 mm Panzerdeck
 30 - 12 mm Oberdeck
 Bewaffnung  8 x 20,3 cm-Geschütze
 12 x 10,5 cm-Flak
 12 x 3,7 cm-Flak
 28 x 2,0 cm-Flak
 12 x 53,3 cm-Torpedorohre
 3 Arado Ar 196 - Bordflugzeuge
 Besatzung  1.380 Mann
 Kommandanten  20.09.39 - 09.04.40  Kpt.z.S. Heinrich Woldag
 Verbleib  09.04.40 im Ofotfjord vor Oslo gesunken

 

Namensherkunft:

Gebhard Leberecht von Blücher wurde am 16.12.1742 in der Nähe von Rostock geboren. Zunächst trat er in die schwedische Armee ein, bevor er im Jahre 1760 in die preußische Armee wechselte. 1770 quittierte er im Range eines Hauptmannes den Dienst und wurde 1787 als Major reaktiviert.

Bis 1801 hatte er es zum Generalleutnant gebracht. Er zeichnete sich gegen die Truppen Napoleons besonders aus. Ab 1913 führte Blücher die schlesischen Truppen gegen die französischen Besatzer. Er siegte u.a. bei Katzbach und in der Völkerschlacht bei Leipzig. In der Neujahrsnacht 1813/14 überschritt er bei Kaub den Rhein und schlug erneut die feindlichen Truppen. Für diese Erfolge wurde ihm der Fürstentitel verliehen und er hieß nun Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahlstadt.

Bei den Soldaten wurde er nur "Marschall Vorwärts" genannt, da es ihm gelang, durch schnelle und gezielte Angriffe immer die Initiative auf dem Schlachtfeld zu behalten und dem Gegner seine Strategie aufzuzwingen.

Nach der Rückkehr Napoleons aus der Verbannung mußten die Preußen 1815 erneut ins Feld rücken. Bei Ligny erlitt Blücher zunächst eine Niederlage, löste sich aber geschickt vom Feind und konnte so seine Truppen neu formieren. Auch die Engländer waren inzwischen stark in Bedrängnis geraten. In der Schlacht bei Waterloo sagte Wellington: "Ich wollte es wäre Nacht oder die Preußen kämen!" Die Preußen kamen unter der Führung von Blücher noch rechtzeitig, so daß die französischen Truppen vernichtend geschlagen wurden. Das Schreckgespenst Europas, Napoleon Bonarparte,  war für immer besiegt.

Fürst Blücher von Wahlstadt starb am 12.09.1819 auf seinem Schloß Kriblowitz in Schlesien.

In vielen Städten wurden Denkmäler und Straßen nach Blücher benannt. Für seine außerordentlichen Erfolge wurde er mit dem Blücherstern ausgezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine extra für Blücher geschaffene Auszeichnung, mit der seine herausragenden Verdienste gewürdigt wurden.

 

Die Besatzung:

Die Besatzung bestand aus insgesamt 1.380 Mann.

Kommandant: Heinrich Woldag + 17.04.40 bei Flugzeugabsturz über dem Oslofjord
I.Offizier: FKpt. Erich Heymann
I. Artillerieoffizier: KKpt. Kurt-Eduard Engelmann + 15.3.43 als Kdt. U 163
II. Artillerieoffizier:
III. Artillerieoffizier: KLt. Hagena
Leitender Ingenieur: FKpt.(Ing.) Dipl.-Ing. Karl Thannemann + 27.5.41 auf der Bismarck
E-Ingenieur: KKpt.(Ing.) Helmut Karbe
Navigationsoffizier: KKpt. Ernst Gruber (bis 01.40)
KKpt. Hugo Förster (ab 01.40)
Verwaltungsoffizier: KKpt. Ramm
E-Meß-Offizier: KLt. Knappe
Ärzte: Marineoberstabsarzt Dr. Korth
Marinestabsarzt Dr. Günther

Kapitän zur See Heinrich Woldag
( + 17.04.1940 )

 

 

Geschichte des Schiffes:

Der "Kreuzer G" sollte als Ersatz für den Kleinen Kreuzer Berlin dienen. Dieses Schiff wurde am 4.4.1905 in Dienst gestellt und beendete seine Dienstzeit am 27.3.29. Die Berlin verblieb zunächst ohne Verwendung in Reserve.  Ab 1935 diente es als Wohnschiff.

30.10.34  Erteilung Bauauftrag
15.08.35  Kiellegung
08.06.37  Stapellauf
06.09.39  Probefahrt
18.09.39  Abnahmefahrt
20.09.39  Indienststellung
30.03.40  Vorzeitiges Ende der Erprobung

05.04.40  Auslaufen aus Kiel zur Operation Weserübung

An Bord der Blücher befanden sich:
- Admiral Hermann Boehm, der als Kommandierender Admiral Norwegen vorgesehen war
- Konteradmiral Oskar Kummetz, Befehlshaber der Kampfgruppe 5
(Nach dem Untergang auf Lützow umgestiegen)

Weitere Infos folgen!!


 

Kapitän zur See Heinrich Woldag überlebte sein Schiff nur um wenige Tage. Bei einem Flug nach Berlin stürzt seine Maschine am 17.4.40 ab.

Die Blücher liegt in 90 m Tiefe. 1953 wurde mit dem Abbruch begonnen. Dieses erfolgte jedoch nur teilweise, da bei einer vollständigen Hebung eine Ölpest befürchtet wurde.

 

 


Literatur:

Koop, Gerhard / Schmolke, Klaus-Peter: Die Schweren Kreuzer der Admiral Hipper-Klasse, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 1992

Gröner, Erich: Die Schiffe der deutschen Kriegsmarine und ihr Verbleib 1939-1945, J.F.Lehmanns Verlag München, 1976

Hildebrandt, H.H. / Röhr, A. / Steinmetz, H.-O.: Die deutschen Kriegsschiffe, Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg

Lochner, R.K.: Als das Eis brach, Heyne, München 1983

Witthöft, Hans Jürgen: Lexikon zur deutschen Marinegeschichte, Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1977


Weiterführender Link:

http://www.members.aol.com/rkolmorgen/index.html

 

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